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Das Gebäude wurde im Jahr 1923 vom Ordensträger Protasio Sassella erworben, der die schöne Kirche San Lorenzo in ein modernes, im Juli 1924 feierlich eröffnetes Hotel, umbaute.

Anfänglich wurde nur der heute grün getünchte Teil des Gebäudes benutzt, später kam es zu einer Erweiterung und in den Dreißigerjahren erreicht es den Höhepunkt seiner Pracht durch die Ergänzung mit dem linken Flügel, die Installation der Zentralheizung, der Warm- und Kaltwasseranlage in allen Zimmern, ein für die damalige Zeit seltener Komfort, sowie dem Telefonanschluss (Telefonnummer 4).

In Erinnerung von diesen Jahren blieben die zahlreichen Empfänge im Hotel und vor allem die Vorbereitungen für das Fest des Heiligen San Lorenzo, das am 10. August mit der Teilnahme aller Würdenträger der Gemeinde stattfand. Die Philharmoniker untermalten das prachtvolle Festessen und die Tänze dauerten bis spät in die Nacht.

Berühmte Persönlichkeiten der Politik, der Welt des Schauspiels und Sports haben im Hotel San Lorenzo übernachtet.

Am Ende der Sechzigerjahre wird das Hotel einer weiteren Änderung unterzogen: ein Teil des Besitzes wird abgetreten und seit 1969 hat die Familie Dei Cas die Verwaltung der Struktur übernommen.

Heute bietet das Hotel San Lorenzo jeden Komfort für einen unvergesslichen Aufenthalt in Bormio.


Die Kirche des Heiligen San Lorenzo in Bormio
Schon seit 1100 wird San Lorenzo erwähnt. Dass die Kirche bereits im Jahr 1395 existierte sowie der darin, dem heiligen Augustus gewidmete Altar ergibt sich aus der damit verbundenen Tatsache, dass im selben Jahr ein Silberkelch von Josef La Stampa von Gravedona, wohnhaft in Bormio dort hinterlassen wurde. Außerdem besteht ein Beschluss von Guglielmo de Cittadini, Generalstellvertreter des Bischofs von Como, gemäß welchem Fraceschino del Quadrio, Geistliche von San Lorenzo in Bormio, 1509 als lebenslänglicher Stellvertreter dieser Kirche ernannt wurde.
Mit nur einem Kirchenschiff war sie damals, nach der Stiftskirche, die größte Bormios. Ihre Decke aus Holz war, ohne Gewölbebogen, flach und mit mehrfarbigen Tafeln und Friesen verziert.
Man nimmt an, dass die Decke der Stiftskirche ursprünglich ebenso war. Sie hatte lange schmale Spitzbogenfenster so sehr charakteristisch und üblich in der mittelalterlichen Bauweise. Über der Türe des Haupteingangs war keine Tribüne.
Mit den Renovierungsarbeiten im Jahr 1615 verlor die Kirche fast alle Spuren ihres urtümlichen Stiles. Der Kirchturm stellt ein relativ jüngeres Werk von Giacomo di Valmaggia aus dem XVIII Jahrhundert dar. Außer der Sakristei war ihr ein Oratorium angeschlossen.
Im Jahr 1797 wurden in der Kirche San Lorenzo zwei ausschlaggebende Volksversammlungen gehalten, infolge deren die Bevölkerung von Bormio seine Unabhängigkeit von der Graubündner Herrschaft erklärte und auf dem Bajona-Turm die Tricolore der Zisalpinen Republik hisste. Ein großer Teile jedoch der Bevölkerung wollte sich wohl vom Graubündner Joch befreien, war aber von der eigenen Verfassung eher eingenommen als von jener der Zisalpinen Republik und stellte demzufolge auf dem Turm neben der neuen die alte Fahne des Umlandes, also die mit dem „weißen Kreuz auf rotem Feld“ auf.
Die Kirche wurde im Jahr 1923 abgerissen um ein modernes Hotel zu bauen.
Das Profil des Kirchturms wurde beibehalten und entsprechend angepasst, man könnte sagen als Erinnerung an das ursprüngliche Gebäude, welches ab 1815 als Lager für Holz und anderes Material benutzt wurde.

Von Tullio Urangia Tazzoli und Ignazio Bardea
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